Reflexionen über Geist und Alltag

Das verwechselte Ich

Ein Raum für Texte über Wahrnehmung, Identifikation, inneres Leiden und die Weise, wie der Geist beginnt, seine eigenen Bewegungen für das eigene Selbst zu halten.

Hier geht es nicht darum, schnelle Antworten zu sammeln, sondern genauer hinzusehen auf das, was gewöhnlich automatisch geschieht: Gedanken, Erinnerungen, Reaktionen, Abwehrbewegungen und alte Spuren, die im Alltag weiterwirken.

Kerstin Lora de la Cruz Kontemplatives Bild

Nicht alles, was in dir erscheint, muss dein Leben bestimmen.

Diese Texte begleiten die Untersuchung des Buches: wie innere Verwechslung entsteht, wie Identifikation sich bildet und wie eine klarere Weise des Sehens beginnen kann.

In diesem Raum findest du Reflexionen, die aus dem wirklichen Leben entstehen: aus einer unerwarteten Reaktion, einer alten Verletzung, einem Gespräch, einem wiederkehrenden Gedanken oder jenem Moment, in dem sich etwas in uns schließt, bevor wir es überhaupt verstehen können.

Die Yoga-Philosophie erscheint hier nicht als ferne Idee, sondern als präzises Werkzeug, um die innere Mechanik des Leidens sichtbar zu machen. Nicht um eine neue Identität aufzubauen, sondern um klarer zu erkennen, wie alte Identifikationen entstehen.

Jeder Text ist eine Einladung, innezuhalten, hinzusehen und zu unterscheiden: was erscheint, was reagiert und was begonnen hat, mit dem eigenen Ich verwechselt zu werden.

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  • Dveṣa

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  • Rāga: Die Anhaftung, die aus der Angst vor dem Loslassen entsteht

    Was bedeutet Rāga wirklich? In den Yoga Sutras beschreibt Patañjali mit Rāga eine der subtilsten und zugleich mächtigsten Bewegungen des menschlichen Geistes. Häufig wird Rāga mit „Begehren“ oder „Anhaftung“ übersetzt, doch diese Begriffe erfassen nur einen kleinen Teil dessen, worauf Patañjali hinweist. Rāga ist nicht einfach nur der Wunsch nach etwas. Es ist das innere…

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    Was bedeutet Avidyā wirklich? In den Yoga Sutras beschreibt Patañjali Avidyā als die Wurzel fast allen menschlichen Leidens. Dabei meint er keinen moralischen Fehler und auch keinen Mangel an Wissen. Avidyā bedeutet nicht, zu wenig zu wissen. Es beschreibt vielmehr eine verzerrte Art zu sehen. Die meisten Menschen besitzen Wissen, Erfahrungen und Meinungen. Und dennoch…

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  • Wer hat dir gesagt, wer du bist? Die Architektur deiner Identität

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  • Warum du nicht entscheidest, wie du dich fühlst. Das Gedankenkarussell stoppen

    Stell dir eine Frau vor, die an ihrem Küchentisch sitzt. Es ist einer dieser seltenen, stillen Momente am Morgen. Das Licht fällt weich durch das Fenster, der Kaffee in ihrer Tasse dampft noch. Sie genießt die Wärme der Keramik an ihren Händen und das Gefühl, für einen Augenblick einfach nur da zu sein. In ihrem…

  • Die Anatomie deiner Verwechslung: Warum du nicht deine Gedanken bist

    Ich werde oft gefragt: „Kerstin, warum leide ich so unter meinen Gedanken? Warum kommen sie einfach nicht zur Ruhe?“ Die Antwort darauf liegt meistens gar nicht in dem, was wir im Einzelnen denken. Sie liegt in einem viel grundlegenderen Missverständnis darüber, wie unser inneres System überhaupt arbeitet. Wir leiden in Wahrheit nicht an den Inhalten unseres Geistes, sondern…

  • Heilen ist nicht Reparieren: Warum du kein Problem bist, das gelöst werden muss

    Wir leben in einer Kultur, die uns beigebracht hat, uns selbst wie eine Maschine zu betrachten, die nicht mehr ganz rund läuft. Sobald Angst, tiefe Erschöpfung oder ein emotionales Burnout auftauchen, schaltet unser System auf den Korrektur-Modus: „Ich muss mich reparieren“, „Etwas ist falsch mit mir“, „Ich muss wieder funktionieren“. Doch Heilen ist etwas grundlegend…

  • Wie funktioniert unser Denken? – Eine Betrachtung aus der Sicht des Yoga

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  • Das Manifest: Das Erwachen aus der kollektiven Fantasie

    1. Die Fassade des sinkenden Schiffes Wir leben in einer Welt der „Quick-Fix“-Heilsversprechen. Der Markt ist überflutet: Hochglanz-Yoga-Studios, „Inneres Kind“-Workshops am Fließband und die Tyrannei des positiven Denkens. Wir versuchen verzweifelt, den Stress wegzumeditieren oder das Ego „besser“ zu machen. Doch wer genau hinsieht, erkennt: Wir polieren oft nur die Fassade eines sinkenden Schiffes. Wir…

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    Das Leben im „inneren Müssen“ Mein Name ist Kerstin. Geboren in Deutschland, lebe ich heute in der Dominikanischen Republik. Doch mein Weg zur Yoga-Philosophie begann nicht unter Palmen, sondern in der grauen Enge eines Lebens, das nur aus „Funktionieren“ bestand. Alles begann mit einem Leben nach außen. Nach Erwartungen, nach Rollen, nach dem, was man…

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